Heimat wird durch engagierte Menschen vor Ort gestaltet. Neben Politik und Zivilgesellschaft kommt den regional verwurzelten Unternehmen dabei eine große Bedeutung zu. Sie schaffen wohnortnahe Arbeitsplätze, fördern das gesellschaftliche Leben durch eigene Vorhaben und eine finanzielle oder ideelle Beteiligung an Maßnahmen anderer Akteure, unterstützen Inklusion und ermöglichen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ehrenamtliches und soziales Engagement.
Bayerns Unternehmen gestalten die Zukunft
Zur Würdigung herausragender Beiträge von Unternehmen zur Gestaltung unserer Heimat hat das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat die Auszeichnung „Heimatverbundenes Unternehmen“ eingeführt. Die Prämierung zeigt, was Unternehmen im Freistaat Großes für ihre Heimat leisten und soll andere Unternehmen gleichzeitig zu bürgerschaftlichem Engagement und Nachahmung motivieren.
Die Gewinner werden von einer Jury bestehend aus Vertretern von Wirtschaftsverbänden, Kammern sowie dem Bayerischen Heimatministerium ermittelt. Ausgezeichnet werden die besten Vorhaben, bewertet nach den Kriterien Erfolg und Wirkung in der Region, Übertragbarkeit auf andere Unternehmen und Regionen, Schaffung eines nachhaltigen regionalen Mehrwerts und Ausdruck bürgerschaftlichen Engagements.
Wie bayerische Unternehmen regionalen Mehrwert und Vorbildwirkung schaffen
Erfolg und Wirkung in der Region
Welchen Beitrag leistet die Maßnahme zur Lebensqualität vor Ort? Welche positiven Auswirkungen und Erfolge sind in der Region festzustellen? Worin liegt der besondere Heimatbezug?
Übertragbarkeit/Vorbildcharakter für andere Unternehmen und Regionen
Ist das Thema der Maßnahme auch für andere Unternehmen und in anderen Regionen Bayerns relevant und kann die Herangehensweise auch andernorts angewandt werden? Verfolgt die Maßnahme bayernweit einen innovativen Ansatz und erzielt so eine neuartige Problemlösung?
Nachhaltiger regionaler Mehrwert
Erzielt die Maßnahme einen nachhaltigen Mehrwert in der Region, beispielsweise durch dauerhafte Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort oder einen verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und Flächen?
Bürgerschaftliches Engagement
(nach den Kriterien der Enquete-Kommission „Zukunft des bürgerschaftlichen Engagements“ des Deutschen Bundestages 2002)
Hat das Engagement einen positiven Effekt für Dritte? Ist es öffentlich und nicht vorwiegend auf den materiellen Gewinn des Unternehmens ausgerichtet? Bindet die Maßnahme auch die relevanten Akteure und die Bürgerschaft vor Ort ein?
Minister Füracker prämiert Bayerns
heimatverbundene Unternehmen
Die Auszeichnung ist bisher in den Jahren 2023 und 2025 vergeben worden; aktuell ist über den Turnus einer Neuauflage des Wettbewerbs noch nicht entschieden. Im Falle einer erneuten Auszeichnung können sich Unternehmen gerne mit ihrer Heimat-Maßnahme bewerben. Sobald über eine Neuauflage des Wettbewerbs entschieden ist, finden Sie hier entsprechende Informationen.
Ausgezeichnete Maßnahmen 2023
Prämiert wurden insgesamt neun Unternehmensmaßnahmen aus den bayerischen Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern, Oberfranken und der Oberpfalz. Darunter vertreten sind große und kleine Unternehmen aus verschiedenen Branchen, unter anderem Medien, Bau, Maschinenbau, Handel und Software. Trotz ihrer Unterschiede verbindet die ausgezeichneten Unternehmen eines: ihr gemeinschaftliches Engagement für ihre Heimat!
Die „ANTENNE BAYERN Heimatministerin“, die „Schiederin“, unterstützt Menschen in ganz Bayern bei verschiedenen Anliegen. Sie hilft Bürgerinnen und Bürgern, Gemeinden und Ortschaften mit pragmatischen Lösungen für unzählige Lebenssituationen. Beispielweise unterstützte sie bereits bei verunstalteten oder sanierungsbedürftigen Spielplätzen, beim Tempolimit in kleinen Ortschaften oder wenn Schulhelfer benötigt wurden. Die ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG zeigt, wie sich Unternehmen im Bereich Medien für Bürgeranliegen einbringen können.
Die Maßnahme „ALIA – Agil leben im Alter“ der BHS Corrugated Maschine nund Anlagenbau GmbH und der LUCE-Stiftung unterstützt die Gesellschaft in der Region sowie die Kommune bei der Gestaltung des demografischen Wandels und der Stärkung der Demografie-Resilienz. Dazu werden neue Ansätze der Beratung, Unterstützung, Betreuung und Pflege entwickelt. Am Unternehmenssitz in Weiherhammer entstehen Gebäude für Wohnen, Hilfe und Pflege mit integriertem Seniorenpark und einer Kindertagesstätte. Mit der Maßnahme wird zudem ein Zukunftsbild für eine generationenfreundliche Gemeinde erarbeitet.
Unter der Teilnahme von rund 80 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit und ohne Behinderung hat die Fidel Schub GmbH & Co. KG gemeinsam mit dem örtlichen Sportverein SV Kollnburg e. V. ein inklusives Fußballturnier organisiert. Neben dem gemeinsamen sportlichen Erlebnis für alle Beteiligten wird medial und politisch auf das Thema Inklusion aufmerksam gemacht. Zudem sind dauerhafte Kooperationen und nachhaltige Aktionen zum Thema Inklusion und Engagement im Sport als Ansatzpunkt für Inklusion in Planung.
LAMILUX unterstützt seit Jahren die Nachwuchsförderung und die Berufswahl durch vielfältige CSR-Maßnahmen in der Region Hochfranken. Die eigene Kindertagesstätte, die Initiierung und maßgebliche Organisation der Studien- und Berufsorientierungsmesse „Contacta HochFranken“ und die Entwicklung eines unternehmenseigenen, mehrfach ausgezeichneten Ausbildungskonzepts „Education for Excellence“ sind Beispiele für das Engagement von LAMILUX. Weiter werden Programmierkurse für Kinder sowie ein Familien-Aktionstag „Eine Stadt spielt MINT“ veranstaltet, um Kinder spielerisch an MINT-Berufe heranzuführen.
Zur Unterstützung lokaler Geschäfte und Kulturbetriebe hat die Lion5 GmbH einen digitalen Einkaufsgutschein „Bamberg Gutschein“ samt zugehöriger Plattform geschaffen. Die Entwicklung und der Betrieb der Plattform sind für die Händler im Wesentlichen kostenlos. Der Gutschein leistet einen Beitrag zur Digitalisierung von Händlerprozessen und ist ein voller Erfolg: Über 200 Geschäfte haben sich angeschlossen. Gerade kleinere Betriebe ohne große Internetpräsenz oder technische Möglichkeiten profitieren von dem Gutschein und die Kaufkraft bleibt in der Region.
Die Lüdecke GmbH hat mehrere Öl- und Gasheizungen durch ein hocheffizientes Blockheizkraftwerk mit Absorptionskältemaschine und einer Photovoltaikanlage ersetzt. Durch die langfristig nachhaltige Energieversorgung werden nahezu der gesamte Wärmebedarf und Kältebedarf sowie rund 65 Prozent des Strombedarfs gedeckt. Weiter wurden ein Energiemonitoring und ein intelligentes Lastmanagementsystem eingeführt. Diese betriebsinterne Energieoptimierung hat die Lüdecke GmbH als Best Practice im Rahmen der Initiative „OHA! Ostbayern handelt“ und in Kooperationsprojekten mit OTH Amberg weitergegeben.
Mit dem Neubau des Technikhauses für den gemeinnützigen Verein „Technik für Kinder e. V.“ hat die Penzkofer Bau GmbH das Erste seiner Art im Landkreis Regen und gleichzeitig das Größte in Niederbayern errichtet. In dieser professionell ausgestatteten Werkstatt entdecken Kinder mit Hilfe von Experten ihre handwerklichen Fähigkeiten und verwirklichen eigene Projekte. Das Technikhaus leistet so einen Beitrag zur Fachkräftesicherung in der Region und stärkt Branchen wie das Handwerk. Den Teilnehmenden vermittelt es praxisnahe zukunftsweisende Themen wie erneuerbare Energien.
Bei der Entwicklung der innovativen, Demographie-angepassten Wohnkonzepte der RAAB Baugesellschaft steht der soziale Gedanke im Vordergrund. Das seit 125 Jahren familiengeführte, innovative Bauunternehmen ist in der Region verwurzelt und lebt den Gemeinschaftsgedanken. Es etabliert Wohnformen für Menschen mit Behinderung, Senioren und vorübergehende Mieter (Berufstätige, Pendler, Studenten und Auszubildende) und ermöglicht generationenübergreifendes Wohnen in der Region Oberfranken.
Wenige Tage nach Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine im vergangenen Jahr hat die Radio Gong 2000 GmbH & Co. KG aus München eine Online-Plattform geschaffen, über die bereits rund 5.000 aus der Ukraine geflüchtete Menschen in München und der Region in Gastfamilien untergebracht wurden. Außerdem entstand im Sendezentrum eine Vermittlungsstelle mit Kleidung, Verpflegung, Dolmetschern und psychologischer Unterstützung. Auch notwendige Medikamente oder Hilfe bei Behördengängen konnten mit Hilfe der Hörerinnen und Hörer organisiert werden. Dies zeigt, welchen wichtigen Beitrag die Medien gerade in Krisenzeiten im sozialen und karitativen Bereich leisten.
Ausgezeichnete Maßnahmen 2025
Prämiert wurden insgesamt fünf Unternehmensmaßnahmen aus den bayerischen Regierungsbezirken Oberbayern, Oberpfalz und Oberfranken.
Die Stadtwerke Ingolstadt verleihen in der Region Ingolstadt den SWI-Umweltpreis an herausragende Umweltprojekte von Vereinen, Stiftungen und öffentlichen Einrichtungen, die sich für Umweltbildung, Ressourcenschonung oder Klimaschutz einsetzen. Beispiele für ausgezeichnete Projekte sind das Willibald-Gymnasium Eichstätt mit „Der Pausenhof – ein grüner Lernort“, die Jägervereinigung Landkreis Pfaffenhofen mit der „Rehkitzrettung mit Wärmebilddrohnen“ und der SV Fahlenbach e. V. mit „Energiezukunft 2030 – Solarpumpe, PV-Anlage“.
Diese Initiativen schaffen nachhaltige Werte für die Region und binden die Bürgerinnen und Bürger aktiv ein. Das Beispiel zeigt, wie Unternehmen sich im Bereich Umwelt und Klima für die Allgemeinheit engagieren können. Die Stadtwerke Ingolstadt Beteiligungen GmbH erhält für dieses Projekt die Auszeichnung „Heimatverbundenes Unternehmen“.
Die Taborkirche auf dem Hochfelln, die 1889 erbaut wurde und unter Denkmalschutz steht, hat kürzlich eine Neueindeckung sowie Reparaturarbeiten erfahren. Diese fanden in 1.674 Metern Höhe statt und wurden im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts zwischen der Kirche und der Kommune durchgeführt. Die Arbeitskraft wurde teilweise unentgeltlich zur Verfügung gestellt, um die Sanierung mit hochwertigen, witterungsbeständigen Materialien zu gewährleisten, sodass die Kirche für viele Jahre wieder nutzbar ist. Als identitätsstiftendes Gebäude und beliebtes Ausflugsziel repräsentiert die Taborkirche nicht nur den christlichen Glauben, sondern auch Heimatliebe und Traditionsbewusstsein in der Region. Dieses Projekt ist ein hervorragendes Beispiel für die Heimatverbundenheit und den ehrenamtlichen Einsatz, der zum Wohle der Gesellschaft und der Kirche geleistet wird. Anlässlich dieser besonderen Leistungen erhält die Josef Bachmayer GmbH & Co. KG die Auszeichnung „Heimatverbundenes Unternehmen“.
Die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG verleiht die „Lammsbräu Gemeinwohlprämie für regionale Bio-Landwirtschaft“ an etwa 180 Bio-Landwirte in der Region. Diese Prämie honoriert die nachhaltigen, umweltbewussten und ökologischen Anstrengungen der Landwirte, die beispielsweise die Art der Düngung, die Herkunft der Futtermittel und die Arbeitsplatzqualität angeben. Zudem wird ein individueller Nachhaltigkeitsgrad festgestellt.
Neumarkter Lammsbräu unterstützt diese Leistungen mit 1% des Jahresumsatzes und setzt damit einen Anreiz für eine nachhaltige Transformation in der gesamten Lebensmittelwirtschaft. Erste Nachahmer, wie die Bohlsener Mühle in der Lüneburger Heide, haben bereits Interesse an diesem Modell gezeigt. Die Initiative ist ein bedeutender Schritt in Richtung einer nachhaltigeren regionalen Bio-Landwirtschaft. Für ihren herausragenden Einsatz erhält die Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger KG die Auszeichnung „Heimatverbundenes Unternehmen“.
Die extra-radio Rundfunkprogramm GmbH fördert die bayerischen und fränkischen Traditionen sowie Kulturgüter durch verschiedene Maßnahmen zur Stärkung der oberfränkischen Kultur. Dazu gehört die jährliche Auszeichnung des „Oberfränkischen Wortes des Jahres“, die seit 2014 in Zusammenarbeit mit dem Bezirk Oberfranken verliehen wird. Für 2024 wurde das Wort „Schnerpfl“ gewählt. Zusätzlich ist die extra-radio GmbH Bündnispartner für die offizielle Ausrufung des Weltschafkopftags am 12. Januar 2025, bei dem verschiedene Veranstaltungen und Workshops stattfanden. Auch die Aktion „Bier von hier“, die einen kostenlosen Imagespot und die Verlosung regionaler Biere umfasst, ist Teil des Engagements. Diese Initiativen stärken das Bewusstsein für den Wert des Dialekts und bayerischer Traditionen und binden aktiv Menschen im Sendegebiet ein. Für diesen Einsatz erhält die extra-radio Rundfunkproramm GmbH die Auszeichnung „Heimatverbundenes Unternehmen“.
Die Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr (FFW) Breitenau durch die Doppelmitgliedschaft der Mitarbeiter sorgt dafür, dass während der Arbeitszeit ausreichend Einsatzkräfte zur Verfügung stehen. Engagierte Mitarbeiter werden im Einsatzfall freigestellt, um schnell reagieren zu können. Zudem wird ein öffentlich zugänglicher Defibrillator bereitgestellt, was die Notfallversorgung in der Region erheblich erhöht. Durch diese Maßnahmen wird die Leistungsfähigkeit der Hilfsorganisationen langfristig gestärkt. Das Projekt fördert somit das Ehrenamt und das bürgerschaftliche Engagement im Bereich der Brandwehr und der medizinischen Notfallversorgung. Für diesen wertvollen Einsatz erhält die Schink Blechbearbeitung und Metallbau GmbH & Co. KG die Auszeichnung „Heimatverbundenes Unternehmen“.