Heimatpreis Bayern

Die Preisträger - 2018

Burgspiele Parsberg

Die Burg Parsberg ist nicht nur Wahrzeichen und Blickfang der Stadt, sondern auch Heimat der Burgspiele als ganz besonderes Kulturhighlight. 2017 gingen bereits die 35. Burgspiele Parsberg mit „Der Räuber Hotzenplotz“ und „Magdalena“ über die Bühne. Die Parsberger Burgspieltradition ist eine große Gemeinschaftsleistung mit großartigem ehrenamtlichen Engagement.

D´Altbairischen Weiden e.V.

Seit der Gründung im Jahr 1920 setzen sich die Vereinsmitglieder leidenschaftlich und mit viel Idealismus für die Oberpfälzer Bauerntracht ein. Der D’Altbairischen Weiden e.V. ist ein Paradebeispiel für vorbildlichen Einsatz zur Bewahrung der Kultur unserer Heimat. Mit lebendigem Vereinsleben und vielfältigen Veranstaltungen pflegt der Verein Tracht, Tanz und Musik. Durch eine vorbildliche Jugendarbeit vermitteln Vereinsmitglieder Oberpfälzer Brauchtum auch an die junge Generation weiter.

Freudenberger Bauernbühne

Die Freudenberger Bauernbühne ist eine Institution im Oberpfälzer Kulturleben. Die ungebrochene Popularität des Bauerntheaters zeigt, dass Themen des traditionellen bäuerlichen Lebens auch heute noch aktuell sind und die Menschen berühren. Die Bauernbühne ist Spiegel der Heimatverbundenheit der Freudenberger und Oberpfälzer.

Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald

Spitzenklöppeln ist eine alte Kunstform im Oberpfälzer Wald, ein Kleinod bayerischer Handarbeitskunst. Mit einfachen Werkzeugen und viel Liebe zum Detail entstehen wunderschöne charakteristische Muster. Schon die bayerischen Könige haben diese Kunst bewundert und das Klöppeln als Wirtschaftszweig im Oberpfälzer Wald gefördert. Spitzenklöppeln ist ein identitätsstiftendes Kunsthandwerk, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Daher ist das Spitzenklöppeln im Oberpfälzer Wald auch in das Bundesverzeichnis und das bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Toni Lauerer

Toni Lauerer, seit rund 30 Jahren Standesbeamter in Furth im Wald, ist ein herausragender Vertreter des Oberpfälzer Humors, ein feinsinniger Beobachter der Menschen und ihres Alltags. In unnachahmlicher Art und Weise nimmt er die typischen Eigenarten, Schrullen und Marotten der Menschen in seiner Umgebung aufs Korn.

Wild- und Freizeitpark Höllohe

Die Mitglieder des Fördervereins Wild- und Freizeitpark Höllohe haben mit jahrzehntelangem Einsatz eine Naturoase geschaffen, in der sich jeder wohlfühlen kann und jeder willkommen ist. Und das bei freiem Eintritt. Der Wild- und Freizeitpark Höllohe bei Teublitz im Landkreis Schwandorf zieht mit wilden Tieren und sanfter Natur seine großen und kleinen Besucher in den Bann.

Die Streichhölzer

Bei der Musikgruppe „Die Streichhölzer“ treffen Einflüsse aus Jazz, Klassik und anderen Stilrichtungen auf „traditionelle“ Volksmusik. Das vielschichtige Repertoire besteht aus Stücken aus nahezu allen Regionen Bayerns, Melodien aus der Steiermark, Böhmen, Ungarn und Makedonien sowie Eigen- und Neukompositionen von Musikantenkollegen. „Die Streichhölzer“ stehen für eine virtuose Bewahrung, Neuinterpretation und Weiterentwicklung der Musik unserer Heimat.

Freundeskreis St. Willibald e. V.

Der Ritt durch die Willibalds-Kirche beim Willibald-Ritt ist einmalig in Europa. Im Jahr 1712 baten Jesenwanger den Heiligen Willibald um Hilfe als eine tödliche Seuche hauptsächlich unter den Pferden wütete. Seitdem findet jährlich der Willibald-Ritt mit einer Pferdesegnung mit mehr als 300 Pferden und tausenden von Zuschauern statt, am 8. Juli 2018 bereits zum 296. Mal. Die Veranstaltung ist ein beeindruckendes Bekenntnis zu Glaube, Heimat und Brauchtum und gleichzeitig Zeichen für die Verwurzelung unserer Kultur und unseres Brauchtums im christlichen Glauben.

Kulturhistorischer Verein Donaumoos e. V.

Der Verein macht mit einem „Haus im Moor“ im Niedermoor im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen die Heimat der Donaumoosbewohner in der Gegenwart und in Zukunft erlebbar. Diese Umweltbildungsstätte mit Ausstellungen ist auch ein Freilichtmuseum, in dem die Besucher die 200-jährige Besiedlungsgeschichte dieses einzigartigen Naturraumes erleben können. Der Kulturhistorische Verein als Träger veranstaltet ferner ein jährliches Museumsfest mit Vorführungen historischer Arbeiten, ein Donaumoosfestival sowie die ständige Ausstellung „Menschen im Moos“ und wechselnde Sonderausstellungen. Er leistet damit vorbildliche Heimatpflege.

Luz Amoi

Die Musik von Luz Amoi führt die Volksmusik in die bayerische Moderne. Eine Musik mit eigenem Charakter, irgendwo zwischen Volksmusik, Pop und Jazz, mit Instrumenten in ungewohnter Kombination und eigenen, bayerischen Liedtexten. Die Musiker bereichern mit ihrer Musik unsere Heimat um neue Klänge mit alten Wurzeln. Luz Amoi verbinden Bodenständigkeit mit Weltoffenheit und drücken damit perfekt das moderne bayerische Lebensgefühl musikalisch aus.

Waldbühne Halsbach

Die idyllisch gelegene Waldbühne Halsbach ist ein einzigartiger Ort der Heimatkultur mitten im Wald. Das Laientheater der Waldbühne begeistert sein Publikum mit eindrücklichen Freilicht-Theateraufführungen, meist rund um denkwürdige Momente aus der örtlichen Geschichte. Ein besonderer Höhepunkt zur Weihnachtszeit ist die Halsbacher Waldweihnacht, einer der schönsten und stimmungsvollsten Weihnachtsmärkte ganz Bayerns.

Zandter Blasmusik

Die Zandter Blasmusik steht für Engagement zur Bewahrung und Pflege der wunderschönen bayerischen Blasmusik, für lebendige Freude an alter Musiktradition. Die 1973 gegründete Kapelle ist aus dem Volksmusikleben der Region Ingolstadt nicht wegzudenken. Mit ihren schwungvollen Auftritten bereichert sie jedes Fest. Die Zandter forschen auch nach historischen Märschen alter Ingolstädter Meister und erwecken sie jedes Jahr in einer eigenen Veranstaltung im Neuen Schloss zum Leben.

Colomansfest und Colomansritt Schwangau

Das Colomansfest mit dem Colomansritt ist eine der schönsten Pferdeprozessionen im Freistaat und findet an einer der schönst gelegenen Kirchen ganz Bayerns statt. Immer am zweiten Oktobersonntag ziehen 200 Reiter aus Schwangau und Umgebung in traditioneller Tracht auf prächtig geschmückten Pferden mit Musik zur Kirche St. Coloman. Dort wird eine Messe im Zeichen des Heiligen Coloman, der Schutzpatron der Tiere, gefeiert. Die Veranstaltung ist beeindruckendes Bekenntnis zu Glaube, Heimat und Brauchtum und gleichzeitig Zeichen für die Verwurzelung unserer Kultur und unseres Brauchtums im christlichen Glauben.

Dillinger Nachtumzug

Der Dillinger Nachtumzug ist einer der absoluten Höhepunkte in Schwabens Faschingskalender. 120 bunte Faschingsgruppen aus nah und fern und tausende Mitwirkende bringen mit Musik und Show, Feuer und Licht stimmungsvoll die Nacht zum Glühen und begeistern tausende Besucher. Der Dillinger Nachtumzug ist vor allem auch lebendiges, modernes Faschingsbrauchtum und gleichzeitig Paradebeispiel für ehrenamtliches Engagement.

Erkheimer Klausen e. V.

Der 1964 gegründete Erkheimer Klausenverein ist eine der ältesten Klausenorganisationen im Allgäu und in Schwaben. Mit dem alemannischen Winterbrauch sollen durch das furchterregende Äußere der Gestalten und mit Lärm die bösen Wintergeister vertrieben werden. Die mehr als 70 Mitglieder des Klausenvereins besuchen Erkheimer Kinder und Senioren zu Hause und verteilen am 5. und 6. Dezember kleine Rupfensäcke mit Geschenken. Gleichzeitig organisiert der Klausenverein verschiedene regional bedeutende Umzüge, zum Beispiel einen Nachtumzug am ersten Adventswochenende, und nimmt an überregionalen Veranstaltungen teil.

Freilichtspiele Altusried

Die Allgäuer Freilichtspiele sind das bekannteste Aushängeschild des Marktes Altusried - er ist untrennbar mit den Freilichtspielen verbunden. Laut mündlichen Überlieferungen besuchten mehr als 9.000 Besucher die erste Aufführung im Jahr 1879. Seitdem zieht sich das Thema „Freiheitskampf“ wie ein roter Faden durch alle Aufführungen, die in erster Linie von ehrenamtlichen Darstellern aus Altusried aufgeführt werden. Der Durchbruch als anerkannte Freilichtbühne gelingt den Altusriedern mit dem Stück „Andreas Hofer“, das sie bis heute nicht mehr losgelassen hat. Das Theaterspielen in Altusried ist nicht nur eine große Leidenschaft, sondern vor allem eine große Gemeinschaftsleistung von etwa 500 Mitwirkenden.

Kinderbrotspeisung Burgau

Die Kinderbrotspeisung Burgau ist der älteste Faschingsbrauch in der Markgrafenstadt Burgau. 1594 beschloss der Magistrat - begründet durch eine Hungersnot - am Rosenmontag Lebensmittel an die Kinder zu verteilen. Der über 400 Jahre alte Brauch der Kinderbrotspeisung wurde auch in der Zeit des 30-jährigen Kriegs fortgesetzt - trotz Hunger und Pest. Die Figur des Trommler-Albert zieht am Rosenmontag mit Kindern durch die Innenstadt und erhält auf das Rufen von Faschingssprüchen von Geschäftsleuten Essen sowie Süßigkeiten für die Kinder. Am Burgauer Faschingsbrauch sind neben dem Trommler-Albert, die Burgauer Stadtsoldaten und die Handschuhmacherkapelle beteiligt.

Sprachatlas für Bayerisch-Schwaben

Der Sprachatlas für Bayerisch-Schwaben dokumentiert die geographische Verteilung der Dialekte Bayerisch-Schwabens und steht damit für den wissenschaftlichen Ansatz der Dialektpflege. Vor über 30 Jahren wurde das Projekt durch Prof. Dr. Werner König an der Universität Augsburg gestartet und ist in der Zwischenzeit zu einem abgeschlossenen Atlas mit 16 Bänden und weiteren Veröffentlichungen gewachsen. Der Atlas liefert eine wertvolle Grundlage zu weiteren sprachwissenschaftlichen, sprachgeschichtlichen, landeskundlichen und historischen Forschungen. Das erhobene Material wird auf Sprachkarten dargeboten, auf denen die verschiedenen dialektalen Varianten durch Symbole wiedergegeben werden. Der Sprachatlas von Bayerisch-Schwaben ist kein isoliertes Einzelprojekt, sondern erfolgt im Rahmen des gesamtbayrischen Sprachatlasunternehmens Bayerischer Sprachatlas. Er ist das älteste Projekt seiner Art und lieferte die Grundlage für eine Vielzahl weiterer Atlanten.

Tänzelfest Kaufbeuren

Das Tänzelfest Kaufbeuren ist das älteste historische Kinderfest Bayerns und fördert das Geschichtsbewusstsein von klein auf. Auf dem Tänzelfest spielen die Kinder von Kaufbeuren die Geschichte ihrer Stadt nach. Höhepunkte bilden der Einzug des Kaisers Maximilian I., mit dem einer der 14 Kaiserbesuche der Reichsstadt nachgestellt wird, und der Festumzug. Rund 1.750 Kinder, 36 Festwagen, 170 Pferde und zahlreiche Musikgruppen nehmen an dem Umzug teil. Daneben ist mit Lagerleben, historischem Markttreiben, Zunfttänze und Reigen der Tänzelfest-Tanzgruppen ein umfangreiches Programm geboten. Mit dem Tänzelfest Kaufbeuren werden historische Geschehnisse aktiv in Erinnerung gehalten.

Wallensteinfestspiele Memmingen

Die Wallensteinfestspiele Memmingen sind mit über 4.000 Mitwirkenden das größte Historienfestspiel in Europa und finden seit 1980 alle vier Jahre statt. Mit den Wallensteinfestspielen wird Geschichte anschaulich erlebbar gemacht. Die Besucher werden in eine der interessantesten und tragischsten Epochen der deutschen Geschichte, dem 30-jährigen Krieg im Jahr 1630, zurückversetzt. In diesem Jahr residierte Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein, Generalissimus des Heeres der Katholischen Liga und damit einer der mächtigsten Männer in Europa, in Memmingen. Mit hoher Detailtreue, großem Einsatz und auf grandiose und eindrucksvolle Weise wird an die Vergangenheit der eigenen Heimat erinnert.

DDC - Dancefloor Destruction Crew

Die Dancefloor Destruction Crew sind Botschafter unserer weltoffenen, traditionell modernen Heimat Bayern in der Welt. Gegründet im Jugendhaus in Schweinfurt, haben sie sich zu einer der besten und kreativsten Breakdance-Gruppen der Welt entwickelt. DDC sind Deutscher Meister, Europameister und sogar zwei Mal Weltmeister im Breakdance. Für ihre waghalsig-witzigen Shows werden sie mit Preisen überhäuft. Sie spielen dabei auch mit bayerischer Tradition. So wird bei „Breakdance in Lederhosen“ der Schuhplattler auf eine etwas andere Art interpretiert.

Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim

Der 1958 gegründete Fanfaren- und Spielmannszug Hofheim wird für 60 Jahre ehrenamtliches Engagement für das Kulturleben im Haßgau ausgezeichnet. Der Verein hält die Musik der Spielleute kunstvoll lebendig. Vorbildlich ist dabei auch das Engagement für die Jugendarbeit. Erfahrene Mitglieder kümmern sich um die Ausbildung der Vereinsjugend und geben die Freude am Musizieren weiter.

Krippenmuseum Glattbach

Das Glattbacher Krippenmuseum bietet einen großen Überblick über die vielfältigen Werke der Volkskunst mit der Darstellung des Weihnachtsgeschehens. Das Museum beherbergt eine völkerkundliche Krippensammlung mit über 450 ausgestellten Exponaten aus fünf Kontinenten und über 85 Ländern. Dazu kommen eine weltweite Briefmarkensammlung mit Weihnachtsmotiven sowie eine kleine Bibliothek mit deutscher Fachliteratur. Das Glattbacher Krippenmuseum macht verschiedene, bildliche Darstellungen der Botschaft von der Geburt Christi in unterschiedlichen Kulturen an einem Ort sichtbar.

Musikkapelle „Kaufmannsware“

Hinter dem Musikquartett „Kaufmannsware“ steckt musikalische Frauenpower aus der Rhön. Die Musikerinnen sorgen mit ihren „frechen hausgemachten“ Liedern in Rhöner Mundart für sagenhafte Stimmung im Publikum.

Ostheimer Historienspiel

Das Ostheimer Historienspiel knüpft an den Sturm kroatischer Söldner auf die Ostheimer Kirchenburg im Jahr 1634 während des Dreißigjährigen Krieges an. Das Freilichttheater ist ein reines Laientheater. Die gesamte Inszenierung stammt von den Ostheimer Bürgern. Umrahmt wird das Freilichtspiel von einem bunten Landsknechtfest für die ganze Familie mit Handwerksvorführungen, Musik, Speis und Trank, Festzug und Gottesdienst. Die Ostheimer Bürger inszenieren mit großem ehrenamtlichem Engagement gemeinsam ein Heimatfest zur eigenen Geschichte.

Sebastian Reich und „Amanda“

Der Würzburger Sebastian Reich und seine Nilpferddame Amanda sind herausragende Protagonisten des fränkischen Humors. Vor allem auf dem Veitshöchheimer Fasching ist ihr Auftritt einer der absoluten Höhepunkte.

Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste

Die Friedensfeste wurden bereits in das Bayerische Landesverzeichnis und in die Landesliste des Immateriellen UNESCO-Kulturerbes aufgenommen. Sie haben ihren Ursprung in der Wiedererlangung der Reichsfreiheit und der Rechte auf freie Ausübung protestantischen Glaubens im Jahr 1649. Seither veranstalten die Gemeinden Sennfeld und Gochsheim alljährlich am ersten Septemberwochenende ein Friedensfest mit Singen, Musizieren, Predigt und historischem Plantanz. Die Sennfelder und Gochsheimer Friedensfeste sind fester Bestandteil bayerischer Tradition.

St. Wolfgangs-Ritt Ochsenfurt

Die Tradition des Pfingstritts in Ochsenfurt zeugt von fester christlicher Verwurzelung und starkem Gemeinschafts- und Heimatgefühl. Der Pfingstritt zur St. Wolfgangskapelle wurde erstmals 1464 urkundlich erwähnt. Über Jahrhunderte hinweg entwickelte sich die Pfingstsegnung zu einer Veranstaltung mit eher weltlichem Charakter mit einer Vielzahl an Schankwirten und Ständen. Nach der Pferdesegnung an der Kapelle geht es mit weltlicher Blasmusik zurück zum Bratwurstfest am Main. Der St. Wolfgangs-Ritt ist ein beeindruckendes Bekenntnis zu Glaube, Heimat und Brauchtum und gleichzeitig Zeichen für die Verwurzelung unserer Kultur und unseres Brauchtums im christlichen Glauben.