Die 10 Pilot-Kommunen

Die erste Phase des Pilotprogrammes „Demografiefeste Kommune“ startete im Herbst 2021 mit insgesamt 10 Pilot-Kommunen:

Bayernkarte mit den Pilot-Kommunen

Die sieben Gemeinde(-zusammenschlüsse)

Um die unterschiedlichen Auswirkungen des demografischen Wandels auf die einzelnen Regionen Bayerns zu verdeutlichen und alle Regionen Bayerns am Programm teilhaben zu lassen, wurde aus jedem Regierungsbezirk eine Gemeinde mit bis zu 20.000 Einwohnern ins Pilotprogramm aufgenommen. Die einzelnen Pilot-Kommunen versinnbildlichen, wie unterschiedlich, aber dennoch homogen der gesellschaftliche Wandel kleine bis mittelgroße Kommunen treffen kann und vor welche besonderen Herausforderungen diese gestellt werden.

Oberbayern: Zusammenschluss Apfeldorf, Unterdießen, Fuchstal

  • Gemeindezusammenschluss mit rd. 6.600 Einwohnern (Stand 31.12.20) im Südwesten Oberbayerns
  • Landkreis Landsberg am Lech
  • Im ländlichen Raum und teilw. im Raum mit besonderem Handlungsbedarf gelegen
  • Fördersumme: 114.000 Euro

Der Zusammenschluss der drei oberbayerischen Gemeinden Apfeldorf, Unterdießen und Fuchstal gehört auf den allerersten Blick zu den ‚Gewinnern‘ des demografischen Wandels und erfreut sich seit Jahren stetig wachsender Einwohnerzahlen. Aber auch diese demografischen Veränderungen bedeuten eine Herausforderung. Für die drei Gemeinden gilt es, das Wachstum zu meistern, Neu- und Altbürger zusammenzubringen und die Identität in den Gemeinden zu bewahren. Der starke Verbund steht exemplarisch für viele Gemeinden im Umfeld der bayerischen Metropolregionen.

Oberpfalz: Stadt Waldmünchen

  • Stadt mit rd. 6.600 Einwohnern (Stand 31.12.20) im Osten der Oberpfalz im bayerisch-tschechischen Grenzraum
  • Landkreis Cham
  • Im ländlichen Raum und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf gelegen
  • Fördersumme: 114.000 Euro

Der demografische Wandel trifft die oberpfälzische Stadt Waldmünchen erkennbar: Sie kämpft mit einer überdurchschnittlich starken Überalterung; gleichzeitig wird dieser Trend verschärft durch eine stetige Abwanderung - gerade jüngerer Menschen - aus der Region. Die Stadt Waldmünchen stellt sich mit aller Kraft gegen diese Entwicklung und möchte durch ihr Engagement nicht nur die eigene Lage umkehren, sondern die Situation in der gesamten Region verbessern.

Oberfranken / Unterfranken: Initiative Rodachtal

  • Gemeindezusammenschluss mit rd. 17.000 Einwohnern (Stand 31.12.20) im Norden Oberfrankens, an der thüringischen Grenze
  • Auf bayerischer Seite werden gefördert: Die oberfränkischen Kommunen Ahorn, Itzgrund, Seßlach, Weitramsdorf und das unterfränkische Untermerzbach
  • Landkreise Coburg und Haßberge
  • Im ländlichen Raum und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf gelegen
  • Fördersumme: 114.000 Euro

Die „Initiative Rodachtal“ ist seit 20 Jahren ein erfolgreicher Zusammenschluss zwischen sechs bayerischen und fünf thüringischen Gemeinden. Der Zusammenschluss hat längst erkannt, in interkommunaler Zusammenarbeit lassen sich die Veränderung der Bevölkerungsstruktur und die damit verbundenen Auswirkungen auf den Bedarf vor Ort und das bürgerschaftliche Engagement besser bewältigen. Die starke Zusammenarbeit über Regierungsbezirke und Ländergrenzen hinweg ist ein großartiges Vorbild für interkommunale Zusammenarbeit.

Mittelfranken: Stadt Bad Windsheim

  • Stadt mit rd. 12.200 Einwohnern (Stand 31.12.20)
  • Landkreis Neustadt an der Aisch - Bad Windsheim
  • Im ländlichen Raum und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf gelegen
  • Fördersumme: 114.000 Euro

Als beliebter Kur- und Reha-Ort konnte die mittelfränkische Stadt Bad Windsheim in den letzten zehn Jahren einen Bevölkerungszuwachs verzeichnen. Dieses Wachstum geht allerdings mit einer zunehmenden Überalterung einher. In Bad Windsheim gibt es bereits eine Vielzahl engagierter Menschen, die sich den Herausforderungen, wie dem Fehlen von bedarfsgerechten ÖPNV-Angeboten oder einem ausreichend barrierefreiem öffentlichen Raum, stellen. Mit Hilfe des Pilotprogramms soll unter anderem das Engagement in generationsübergreifende Projekte koordiniert und gestärkt werden.

Unterfranken: Gemeinde Oerlenbach

  • Gemeinde mit rd. 5.000 Einwohnern (Stand 31.12.20) in der Nähe von Schweinfurt
  • Landkreis Bad Kissingen
  • Im ländlichen Raum und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf gelegen
  • Fördersumme: 114.000 Euro

Die Gemeinde Oerlenbach in Unterfranken möchte verstärkt um Rückkehrer und den Zuzug junger Familien werben. Als Gründungsmitglied der Ökomodellregion „Allianz Oberes Werntal“ verfolgt die Gemeinde ein klimasoziales, generationsgerechtes Wachstum in den Bereichen Wohnen, Leben und Arbeiten. Sie steht beispielhaft für einen nachhaltigkeitsortientierten Umgang mit gesellschaftlichen Herausforderungen.

Schwaben: Verwaltungsgemeinschaft Wemding

  • Gemeindezusammenschluss mit rd. 10.700 Einwohnern (Stand 31.12.20) im Norden Schwabens an der Grenze zu Mittelfranken
  • Geförderte Kommunen: Stadt Wemding und die Gemeinden Fünfstetten, Huisheim, Otting, Wolferstadt
  • Landkreis Donau-Ries
  • Im ländlichen Raum gelegen
  • Fördersumme: 114.000 Euro

Die Verwaltungsgemeinschaft Wemding im Norden Schwabens hat bereits viel erreicht: Die Ansiedlung eines Dorfladens, den Bau einer Tagespflegeeinrichtung und die aktive Jugendarbeit haben sie gemeinsam gestemmt. Mit Hilfe des Pilotprogramms will die Verwaltungsgemeinschaft unter anderem das Problem der ärztlichen Versorgung angehen, aber auch altersgerechte Wohnräume und Pflegeeinrichtungen für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger werden Thema sein.

Der Stadtteil Sanderau - Stadt Würzburg

Der demografische und gesellschaftliche Wandel konfrontiert urbane Gebiet auf andere Weise und mit anderen Herausforderungen als kleinere Kommunen: Die dicht besiedelte Stadtbevölkerung muss etwa mit ausreichend Infrastruktureinrichtungen, bezahlbarem Wohnraum und Betreuungseinrichtungen versorgt werden. Das Pilotprogramm fördert aus diesem Grund auch die Stadt Würzburg mit dem Stadtteil Sanderau exemplarisch als eine von acht bayerischen Großstädten.

Am Beispiel der Sanderau sollen Erkenntnisse für andere Großstädte, bayerische Mittelzentren und Universitätsstädte gewonnen werden.

  • Würzburg ist eine unterfränkische Großstadt mit rd. 127.000 Einwohnern (Stand 31.12.20); die Sanderau ist einer von 13 Stadtbezirken
  • Im Verdichtungsraum gelegen
  • Fördersumme: 114.000 Euro

Der Stadtbezirk Sanderau in Würzburg erfreut sich großer Beliebtheit, vor allem Studierende und junge Familien, aber auch Seniorinnen und Senioren haben sich dort niedergelassen. Trotz des hohen Anteils an Studierenden handelt es sich bei der Sanderau im stadtweiten Vergleich - gemessen am Durchschnittsalter - um einen der ältesten Stadtbezirke Würzburgs. Der Bezirk ist geprägt von den gegensätzlichen Bedürfnissen der einerseits sehr jungen, aber andererseits überdurchschnittlich alten Bevölkerung. Zudem leben über zwei Drittel der Einwohner in Single-Haushalten. Mit dem Pilotprogramm möchte die Stadt Würzburg sowohl den Bedürfnissen älterer Menschen nach einem selbstbestimmten Leben im Alter, als auch den Bedürfnissen jüngerer Menschen gerecht werden.

Der Landkreis Tirschenreuth

Die Auswirkungen des demografischen Wandels machen vor Gemeindegrenzen keinen Halt. Daher ist nicht nur die kommunale Arbeit in einzelnen Gemeinden von den zukünftigen Herausforderungen betroffen. Auf Landkreisebene wird dies längst erkannt: Es wurden und werden bereits enorme Anstrengungen unternommen, um die mit dem demografischen Wandel einhergehenden Veränderungen gemeinsam als Region zu bewältigen.

Mit dem Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz unterstützt das Pilotprogramm einen Pilot-Landkreis, an dessen Vorbild Erfahrungen für andere bayerische Landkreise mit ähnlichen Problemstellungen und Aufgaben gewonnen werden sollen.

  • Tirschenreuth ist ein oberpfälzischer Landkreis mit rd. 71.700 Einwohnern (Stand 31.12.20)
  • Im ländlichen Raum und im Raum mit besonderem Handlungsbedarf gelegen
  • Fördersumme: 174.000 Euro

Der oberpfälzische Landkreis Tirschenreuth hat bereits viele Anstrengungen und verschiedene Initiativen ergriffen, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. Der Bevölkerungsrückgang hat hier unter anderem Auswirkungen auf die sozialen Sicherungssysteme, die regionale Wirtschaft, aber auch auf die Siedlungs- und Infrastruktur. Um Synergien zu schaffen und neue Ansätze aufzuzeigen, sollen die Erfahrungen der letzten Jahre mithilfe des Pilotprogramms zusammengefasst und weiterentwickelt werden.

Die Region Forggensee

Interkommunale Ansätze sowie gemeinsame Leitgedanken und Kooperationen sind wesentliche Faktoren dafür, dass sich Regionen bestmöglich für ihre Zukunft rüsten können. Auch außerhalb der klassischen Gebietsabgrenzungen, stehen Kommunen häufig vor gemeinsamen Problemstellungen, die eine ganze Region betreffen können. Die Anrainergemeinden am Forggensee haben genau das erkannt und sich als Region gemeinsam für das Pilotprogramm „Demografiefeste Kommune“ beworben.

Das regionale Bündnis aus der Stadt Füssen und den Gemeinden Halblech, Lechbruck am See, Rieden am Forggensee, Roßhaupten und Schwangau steht vor den Herausforderungen, den Schutz der Landschaft, der Gewässer- und Lebensraumqualität in Einklang mit der Tourismuswirtschaft und der demografischen Entwicklung der Bevölkerung zu bringen.

  • Schwäbische Region mit rd. 28.700 Einwohnern (Stand 31.12.20)
  • Landkreis Ostallgäu
  • Im ländlichen Raum gelegen
  • Fördersumme: 144.000 Euro

Die Region Forggensee legt einen Schwerpunkt auf die Vereinbarkeit von Umweltschutz und Tourismus. Mit einer gemeinsamen Strategie und einem Maßnahmenkonzept sollen die Veränderungen der Landschaft, der Gewässer, der Lebensraumqualität sowie der Tourismuswirtschaft im Umfeld des Forggensees wieder in Einklang gebracht werden.

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